Kniffe

Wie prüfen, ob eine Behandlung einen dichten, nicht porösen Film bildet oder ob sie die Oberfläche “lediglich” wasserabstossend macht, ohne die Poren zu verstopfen: Tropfentest, 2. Teil
Bei hydrophobierenden Oberflächenbehandlungen kann es nützlich sein zu unterscheiden, ob sie auf den damit behandelten Materialien einen dichten, nicht porösen Film bilden oder ob sie lediglich eine sehr dünne Molekülschicht auf den (inneren) Feststoffoberflächen des Materials bilden, die diese, wasserabstossend machen ohne die Poren zu verstopfen.
Im Allgemeinen, “lieben” hydrophobe Substanzen organische Lösungsmittel: pratiktisch bedeutet dies, dass ein Tropfen eines organischen Lösungsmittels, der auf ein hydrophobes, aber poröses Material gesetzt wird, durch die Kapillarkraft von den Poren des Materials aufgesaugt wird.
Um zu überprüfen ob eine wasserabstossende (hydrophobe) Oberfläche porös ist oder nicht, genügt es also, den Wassertropfentest des vorherigen Kniffs, durch den nachstehenden Alkoholtropfentest zu ergänzen.

1 – Wassertropfentest: überprüfen ob das Material hydrophob ist oder nicht gemäss den Punkten 1 und 2 des vorherigen Kniffs (hydrophobierte Oberfläche?)


stark hydrophobe Oberfläche

etwas weniger stark hydrophobe Oberfläche

2 – Alkoholtropfentest: überprüfen ob die wasserabstossende Oberfläche porös ist oder nicht

bringen Sie einen kleinen Tropfen Ethanol vorsichtig in Kontakt mit der Oberfläche des zu testenden Materials

3 – Beurteilung des Ergebnisses

– der Alkoholtropfen netzt das Material und wird gleichzeitig kapillar aufgesaugt, wenn die Oberfläche offen und porös geblieben ist (a);
– wenn die Poren der Materialoberfläche verstopft sind, benetzt der Alkoholtropfen die Oberfläche und breitet sich aus, wird aber nicht aufgesaugt (b). Mit der Zeit verschwindet der Tropfen durch Verdunstung (Achtung: bei warmen und windigen Verhältnissen kann diese Trocknung des Tropfens sehr rasch erfolgen).


(a) hydrophobes,
poröses Material

(b) hydrophobes,
nicht poröses Material

Tropfentest, Fortsetzung: in unserem nächsten Trick werden wir erklären, wie Sie vormalige Hydrophobierungen erkennen können