Zur Herkunft von Feuchtigkeitsflecken…

Zur Herkunft von Feuchtigkeitsflecken…
An Bauwerken beobachtbare “Feuchtigkeitsflecken“ werden klassischerweise mit Einsickerungen oder kapillarem Grundfeuchteaufstieg erklärt, beides Erscheinungen welche das Vorhandensein von grossen Mengen an flüssigem Wasser in der „feuchten Zone“ bedingen.
In der Mehrzahl der Fälle spielen jedoch hygroskopische Salze (wie Chloride* oder Nitrate**), die imstande sind einfach und in grossen Mengen Wasserdampf aus feuchter Umgebungsluft aufzunehmen, eine ausschlaggebende Rolle.
Wenn solche Salze in den Baumaterialien vorhanden sind, führt dies zu einer veränderten Wechselbeziehung zwischen dem Licht und der Oberfläche des porösen Materials in welchem sie enthalten sind, indem die Salze das Material dunkel oder, „feuchten“ erscheinen lassen.
Die Mengen an Wasser und Salzen, welche nötig sind, um diese optischen Täuschungen zu erzeugen, hängt von der Art der Salze ab, aber die Menge an Wasserdampf in der Luft, auch bei “trockenen” Verhältnissen, ist häufig ausreichend. Messgeräte zur zerstörungsfreien Feuchtemessung, in der Regel empfindlich auf Salze, sind selten in der Lage, zwischen diesen (obwohl ästhetisch störenden) “gutartigen” Fällen und den Fällen von effektivem Wasserinfiltration oder Grundfeuchteaufstieg zu unterscheiden, aber bereits wenige Laboruntersuchungen können diesen Unsicherheit dagegen einfach und sicher beseitigen.

 

 

Folglich empfehlen wir, vor der Durchführung von schwerwiegenden Interventionen wie dem Einbauen einer Drainage oder jeglicher Absperrmassnahme gegen den kapillaren Grundfeuchteaufstieg, die effektiv im Mauerwerk vorhandene Wassermenge messen zu lassen und gegebenenfalls auch die vorhandenen Salze zu analysieren.

* Chloride können beispielsweise aus der winterlichen Tausalzstreuung stammen;
** Nitrate können aus Fäkalien z.B. von Tieren oder aus Dünger herkommen.